RTL berichtet über das Solardorf Müllerstraße

von | Mrz 17, 2017 | 0 Kommentare

Am 12.03.2017 war ein Team von RTL bei uns im Ossenmoorring, um über den aktuellen Zustand des Solardorfs Müllerstraße zu berichten.

Bereits am 16.03.2017 wurde der Beitrag in der Sendung Explosiv gesendet. Ein aus unserer Sicht sehr guter Beitrag, welcher die Absurditäten des aktuellen Zustands super auf den Punkt bringt.

Gegenüber dem RTL Redakteur Sven Schümmer hat die Stadt eine schriftliche Stellungnahme abgegeben, welche wir gerne kommentieren.

Die Verwaltung der Stadt Norderstedt gibt derzeit keine Interviews zu diesem Thema. (Dies vor allem deshalb, weil wir glauben, dass gegenseitige Vorhaltungen oder sogar das “Vorführen” mittels medialer Berichterstattung nicht dazu dienen, die beteiligten wieder an einen Tisch zu holen, um gemeinsam konstruktive Lösungen für die Probleme zu finden, die auch von der Verwaltung durchaus erkannt sind.)

Auf viele Kontaktversuche der Bauherren und Anfragen zur Lösungsfindung hat sich die Stadt bisher negativ geäußert. Von daher sehen wir diese Aussage genau andersherum.

Die Verwaltung ist weiterhin der Auffassung, dass es sich bei der Idee des “Solardorfes” um ein innovatives und zukunftsträchtiges Konzept handelt. Als ein Vorzeige-Beispiel für intelligente Stromnutzung wurde dies Konzept auch von externen Experten gelobt und sogar ausgezeichnet. So zum Beispiel bei der Verleihung des Nachhaltigkeitspreises des Landes Schleswig Holstein im Jahr 2013.

Die Idee ist auch weiterhin “innovativ und zukunftsträchtig”. Nur bis heute weder technisch noch juristisch umsetzbar.

Das Konzept sieht vor, ein Wohngebiet mit dezentraler Energieversorgung zu schaffen. Bausteine sind dabei unter anderem die Installation von Anlagen zur Nutzung der Solarenergie, der Bau eines Blockheizkraftwerkes, “Smart Grid” und die Idee, zeitweise überschüssigen Strom in Haus und Autobatterie zu speichern.

Bis heute gibt es weder ein Smartgrid, noch eine entsprechende rückladefähige Wandladebox und das passende Elektroauto. Zudem gibt es seit 2014 keine technische Projektleitung mehr, welche fachlich qualifiziert eine Umsetzung begleiten könnte.

Bei der Umsetzung des Konzepts ist es zu einer Reihe von Schwierigkeiten gekommen. Dies reichte von technischen Problemen über strittige rechtliche Fragen bis hin dazu, dass aus Sicht der Verwaltung bei einem Teil der Hausbesitzer bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt eine Art Verweigerungshaltung festzustellen war. Im Ergebnis konnten bis dato nicht alle Punkte des Konzeptes realisiert werden. Anzumerken ist dabei, dass bei der Umsetzung neuartiger Konzepte immer ein Risiko gegeben ist, dass nicht alle technischen Schritte reibungslos funktionieren.

Die Schwierigkeiten sind technischer und juristischer Natur. Die Schuld bei den Käufern / den Anwohnern dafür zu suchen falsch!

Betont werden muss aus Sicht der Verwaltung, dass die Stadt insbesondere die Planungen vorgenommen und die baurechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen hat. Die meisten der Konzeptbausteine können nicht öffentlich rechtlich oder über einen B-Plan geregelt werden. Die (vertraglichen) Umsetzungen müssen vor allem zwischen dem Projekt-Entwickler/Verkäufer einerseits und den Haus- und Grundstückskäufern andererseits erfolgen.

Die Angaben sind korrekt.

Ein weiterhin bestehendes technisches Problem ist, dass rückladefähige Ladestationen für Elektro-Autos nicht auf dem Markt sind.

Die Angaben sind leider korrekt.

Als Stadt müssen wir erkennen, zu sehr darauf vertraut zu haben, dass die bei einem derart innovativen Modellprojekt zu erwartenden Probleme und zu überwindenden Widerstände von den Vertragsparteien einvernehmlich gelöst und überwunden werden.

Zu diesen Parteien zählt neben den Anwohnern und der Projektgesellschaft auch eindeutig die Stadt dazu. Auch wenn es keine direkten vertraglichen Beziehungen in Bezug auf die Umsetzung des ursprünglichen Konzeptes zwischen Stadt und Anwohnern gibt, ist die Stadt mindestens begünstigte der nie bestellten Dienstbarkeit zum Parkverbot. Durch die Weigerung einer Löschung dieser Dienstbarkeit zuzustimmen, nimmt die Stadt aktiv negativ Einfluss auf den Gesamtprozess.

Aber wir haben daraus gelernt und arbeiten bereits an weiteren Projekten dieser Art.

Leider profitieren wir bisher nicht von den Erkenntnissen der Stadt.

Gegenüber dem Redakteur gab die Stadt an, die Lösung der Differenzen an einem runden Tisch anzubieten. Wir sind diesbezüglich gespannt und optimistisch, mit der Stadt und deren Vertretern an einem gemeinsamen runden Tisch zu vernünftigen Lösungen zu kommen. Wir sind weiterhin an realistischen Lösungen interessiert! Auch die Grundidee finden wir weiterhin spannend. Das Einzige, was wir nicht wollen, ist, dass wir für die Unfähigkeit und Planungsfehler der Projektverantwortlichen verantwortlich gemacht werden!

Die drei W’s: wer, was und warum

Hallo, dieser Blog ist über das "Solardorf Müllerstraße" in Norderstedt. Das einstige Vorzeigeprojekt der Energiewende verkommt mehr und mehr zu einer Ansammlung von Absurditäten. Hier berichte ich aus unserer persönlichen Sicht als Bauherren über den Sachstand und die aktuellen Entwicklungen. Dieser Blog dient ausdrücklich dafür, potentielle Interessenten weiterer Goodnest Solardörfer in Norderstedt (z.B. Flensburger Hagen) umfassend über die Risiken zu informieren.